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Mittelschule III Weiz

© Schreyer David

Mittelschule III Weiz

GerambRose – Klassiker
Adresse

Offenburger Gasse 17, 8160 Weiz

Planung

Architekt Viktor Hufnagl

Bauherr

Stadtgemeinde Weiz

Fertigstellung

1968

Jury GerambRose 2020

Arch.in DIin Susanne Fritzer
Univ. Prof. Arch. DI Hans Gangoly
Mag.a DIin Eva Guttmann
Prof. Arch. Sigurd Larsen
Dr. Arch. Armin Pedevilla

1968, mitten in der Zeit gesellschaftlichen Aufbruchs, änderte sich auch die Vorstellung von Schule und Unterricht und die bis dato vorherrschenden pädagogischen Konzepte wurde überdacht. Im Zuge dieser Entwicklung kam es auch in Österreich zum Bau von Hallenschulen, deren architektonisches Konzept Ausdruck einer unhierarchischen und offeneren Wissensvermittlung war. Viktor Hufnagl (1922–2007) hatte bereits ab den 1950er-Jahren Schulen geplant und gebaut, die eine Annäherung an den Hallenschul-Typus waren, 1964–1968 in Weiz jedoch die erste „echte“ Hallenschule Österreichs als Teil eines Ensembles, das 1978 fertiggestellt wurde, umgesetzt.
Ihre Tragstruktur besteht aus einem modularen Stahlbetongerüst mit auskragenden Kassettendecken und wenigen Stützen, der Innenausbau ist im Gegensatz dazu leicht und flexibel. Die 40 mal 40 Meter große Halle ist das Zentrum der Schule, von hier aus werden über eine symmetrische Treppenanlage und Galerien die Klassen erschlossen und sie wird als Pausenraum und für Veranstaltungen genutzt. Die Wirkung dieser Aula ist nicht nur aufgrund der räumlichen Großzügigkeit und die Beleuchtung von oben, sondern auch durch Details wie Bodenmuster und die Ausführung der Brüstungen zugleich beeindruckend und schön gestaltet.
Analog zu den Galerien gibt es umlaufende Balkone, die das Außenbild der Schule bestimmen, wobei die plastische Fassadenausprägung mit den zarten Fensterprofilen reizvoll kontrastiert und der Hülle eine strukturierte Tiefe verleiht.
Im Gegensatz zum später realisierten Gymnasium steht die NMS unter Denkmalschutz. Eine Sanierung des in die Jahre gekommenen und bauphysikalisch wie sicherheitstechnisch den Anforderungen nicht mehr entsprechenden Gebäudes wäre dringend notwendig, sollte allerdings sensibler erfolgen als jene des Gymnasiums.
Nicht nur aufgrund der herausragenden Bedeutung für den österreichischen Schulbau und der architektonischen Qualität, sondern auch als Motivation für die Stadtgemeinde, eine adäquate Sanierung voranzutreiben, erkennt die Jury der NMS Weiz die GerambRose Klassiker 2020 zu.

Ölmühle Fandler, Pöllau

© Bernhard Bergmann, Gerhard Wasserbauer

Ölmühle Fandler, Pöllau

2016, Arbeitswelten
Adresse

Prätis 1, 8225 Pöllau

Planung

epps Ploder Simon ZT GmbH

Bauherr

Julia Fandler / Ölmühle Fandler GmbH

Fertigstellung

2012

Jury GerambRose 2016

Arch.in MMag.a Sonja Gasparin (Vorsitz)
Arch. Dipl.-Ing. Georg Moosbrugger
Univ.-Prof.in Arch.in Elli Mosayebi
Univ.-Prof. Arch. Dipl.-Ing. Hubert Rieß
Dipl.-Ing. Andreas Tropper

Im Rahmen des Zu- und Umbaus des Familienunternehmens zur Herstellung von Speiseölen wurden ein Fertigwarenlager, ein „Ess- und Denkraum“ für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mit Schauküche, Verkaufsräume, ein Verwaltungsgeschoss und Produktionsflächen errichtet. Von Anfang an war die Belegschaft in die Bedarfserhebung miteingebunden, deren Ergebnisse auch umgesetzt wurden.
Die Architektur zielt auf eine Verbindung zwischen der ländlichen Umgebung, Bestand und Neubau ab, wobei eine reduzierte Formen- und Materialsprache ( Sichtbeton, Glas, Eichenholz ) zur Anwendung kam. Um den zentralen Hof gruppieren sich nun die unterschiedlichen Einheiten; Blickbeziehungen, Begegnungen und die Vernetzung der Abläufe standen im Vordergrund. Im Erdgeschoss sind Produktions- und Lagerflächen sowie der offene Verkaufs- und Verkostungsraum, Küche und Speisezimmer. Täglich wird für die Belegschaft gekocht, das gemeinsame Mittagessen ist wichtiger Bestandteil der Firmenkultur.
Im Obergeschoss befinden sich das Büro der Chefin, ein Besprechungsraum, ein offener Aufenthaltsbereich mit Terrasse sowie das Büro für die Verwaltung. Dieses ist eine Mischung aus Zweier- und Großraumbüro mit raumhohen Schränken zwischen den Schreibtischen und niedrigeren Möbeln als Trennung von Gehzone und Arbeitsplätzen in Längsrichtung.
Die Atmosphäre ist zugleich gediegen und unangestrengt, die Architektur transportiert auf gelungene Art und Weise die Firmenphilosophie. Es besteht eine präzis durchgearbeitete Einheit zwischen Inhalt und Form sowie eine schöne Verschränkung unterschiedlicher Nutzungen. Die Jury ist beeindruckt von Engagement und Anspruch sowohl der Bauherrin als auch der Architekten und hebt die positive Beispielwirkung für die Region hervor.

Kloster der Benediktinerinnen St. Gabriel, St. Johann bei Herberstein

© Margherita Spiluttini

Kloster der Benediktinerinnen St. Gabriel, St. Johann bei Herberstein

2014, Private Räume
Adresse

8222 St. Johann bei Herberstein 7a

Planung

Henke Schreieck Architekten ZT GmbH, Wien

Bauherr

Römisch-katholische Pfarrpfründe

Fertigstellung

2008

Jury GerambRose 2014

Arch. Dipl.-Ing. André Kempe (Vorsitz)
Dipl.-Ing. Markus Bogensberger
Arch. Dipl.-Ing. Hemma Fasch
Arch. Dipl.-Ing. Michael Rieper
Dipl.-Ing. Andreas Tropper

Durch den Neubau des Klosters St. Gabriel wird exemplarisch und in präziser Klarheit eine konzentrierte Sonderform des Wohnens umgesetzt.
Als Teil eines Ensembles mit kirchlichen Einrichtungen wirkt das Kloster als logische Weiterführung der historischen Gebäude in das Hier und Jetzt, es ist eine exakte, gut überlegte Antwort auf die bestehenden und gestellten Vorgaben.
Positioniert mit der richtigen Distanz zum Bestand, formt der Neubau einen eigenen, identitätsstiftenden Vorplatz, an dem die Kapelle die klassische dominierende Rolle am Dorfplatz übernimmt. Scharf an der Geländekante werden die Klosterzimmer in das Gelände eingefügt, um den entsprechenden Maßstab für den privaten Bereich zu finden, während sich gemeinschaftliche Bereiche wie Bibliothek, Atelier, Speiseraum etc. hangabwärts positionieren, dort, wo Platz für das erforderliche Volumen ist.
Die Privatheit der Zimmer wird mit einer dezenten Geste der tiefergelegten Vorbereiche unterstrichen. Die Auffächerung der Fassade gibt den Zimmern großzügige Erkerbereiche. Sowohl Schutz vor dem vorbeiführenden Weg als auch direkter Blick zur historischen Kirche werden damit ermöglicht.
Mit dem gleichen Selbstverständnis, das der neue Baukörper gegenüber der historischen Nachbarschaft im Außenauftritt zeigt, wird dem geschichtsträchtigen mitgebrachten Mobiliar ein gut gewählter Platz im Inneren gewährt. Material und Farbe entsprechen der noblen Bescheidenheit des klösterlichen Lebens.
Privat wird erst durch das Gemeinschaftliche und Öffentliche definiert. Diese notwendigen Zonierungen für Wohnsituationen sind hier mit Leichtigkeit, Klarheit und Eleganz abgebildet.

Zu- und Umbau Schloss Hartberg

© Karl Amtmann, Eidenböck Architekten

Zu- und Umbau Schloss Hartberg

2012, Gemeinschaftliche Räume
Adresse

Herrengasse 1, 8230 Hartberg

Planung

Eidenböck Architekten, Wien

Bauherr

HSI Hartberg Standortentwicklung und Immobilien GmbH & Co KG

Fertigstellung

2012

Jury GerambRose 2012

Prof.in Arch.in Marianne Burkhalter (Vorsitz)
Dipl.-Ing. Markus Bogensberger
Arch.in Mag.a arch., M. Arch. II Gabu Heindl
Dipl.-Ing. Dr. techn. Bernhard Steger
Arch.in DI Alexandra Stingl

Der Neubau des Foyers für den Rittersaal des Schlosses Hartberg nimmt sowohl in der Fassadenflucht als auch in der Baukörperentwicklung auf den Bestand Rücksicht. In Form eines klar artikulierten, monolithischen Körpers wurden die erforderlichen Räumlichkeiten an der Stelle des ehemaligen Schlossturms errichtet. Das neue Gebäude nimmt Funktionen wie WCs und Garderoben sowie großzügige, behindertengerechte Erschließungs- und Foyerflächen in sich auf. Auf diese Weise wird ein zeitgemäßer Veranstaltungsbetrieb im historischen Rittersaal ermöglicht. Die Oberflächen der Innenräume bestehen aus Sichtbeton und lassen das Bruchsteinmauerwerk der ehemaligen Stadtmauer – die in ihrer gesamten Höhe unberührt bleibt – besonders gut zur Geltung kommen. Als Material für die dem Schlosspark zugewandte Fassade wurden Platten aus Cortenstahl gewählt. Dieses lebendig wirkende Material mit warmem, braunem Farbton thematisiert das Altern von Gebäuden und tritt dadurch in einen selbstbewussten, aber dennoch ruhigen Dialog mit der historischen Substanz. Der Übergang zum Schloss wurde mittels einer verglasten Fuge eindeutig markiert. Der Saal selbst liegt im ersten Obergeschoss. Er wurde neu organisiert und durch eine Galerie mit Sitzstufen sowie eine Bühnenwand ergänzt. Auf diese Weise entstand für die Stadt Hartberg ein hochfunktioneller und attraktiver Veranstaltungsort in historisch bedeutsamer Umgebung.

Volksschule Mönichwald

Volksschule Mönichwald
Volksschule Mönichwald
Volksschule Mönichwald

© Günter Kresser, Michael Rieper, Barbara Meisterhofer

Volksschule Mönichwald

2012, Gemeinschaftliche Räume
Adresse

Karnerviertel 3, 8252 Mönichwald

Planung

dreiplus Architekten ZT GmbH

Bauherr

Gemeinde Mönichwald Orts‐und Infrastrukturentwicklungs KG

Fertigstellung

2009

Jury GerambRose 2012

Prof.in Arch.in Marianne Burkhalter (Vorsitz)
Dipl.-Ing. Markus Bogensberger
Arch.in Mag.a arch., M. Arch. II Gabu Heindl
Dipl.-Ing. Dr. techn. Bernhard Steger
Arch.in DI Alexandra Stingl

Die neue Volksschule ist ein Dorfrandgebäude und nimmt städtebaulich spannungsvoll Bezug zur gebauten Umgebung. Durch die spezielle Baukörperstellung bildet sie den Abschluss der Bebauung zur Landstraße hin und erfüllt diesbezüglich auch eine Lärmschutzfunktion. Das Gebäudevolumen gliedert sich in den Turnsaaltrakt und den höheren Klassentrakt. Die beiden Gebäudeteile sind im rechten Winkel zueinander angeordnet, beziehen in souveräner Weise die natürliche Geländekante mit ein und bilden mit den umliegenden bestehenden Gebäuden einen Platz. Das Obergeschoss kragt über dem Eingangsbereich aus und überdacht somit großzügig einen Teil des dem Haupteingang vorgelagerten Pausenhofes, der – durch eine Freitreppe und eine Rampe gefasst – integrativer Bestandteil des Gebäudes ist, aber auch in feiner Differenzierung des öffentlichen Raumes dem neu geschaffenen Platz zugehört. Das Foyer erstreckt sich als Kommunikations- und Erschließungsfläche über alle drei Geschosse. Die innenräumliche Beziehung zwischen den drei Ebenen gelingt über die präzise Anordnung von Treppe und Galerie. Die klare Formensprache der Baukörper wird in ihrer materiellen Umsetzung durch die sorgfältige Wahl einiger weniger Baustoffe unterstrichen, deren spezifische Qualitäten durch solide Fügung und den treffsicheren Einsatz außen wie innen mit hoher sinnlicher Intensität zum Tragen kommen.

Volksschule Bad Blumau

BauKultur-Steiermark-VS-Bad-Blumau-01

© paul ott photografiert

Volksschule Bad Blumau

2012, Gemeinschaftliche Räume
Jury GerambRose 2012

Dipl.-Ing. Markus Bogensberger
Arch. Prof. Marianne Burkhalter
Arch. Dipl.-Ing. Alexandra Stingl
Dipl.-Ing. Dr. techn. Bernhard Steger
Arch. Mag. arch., M. Arch. II Gabu Heindl

Die Volksschule Bad Blumau besticht durch ihre räumliche Strukturierung. Gegenwärtige pädagogische Konzepte werden durch spannende innen- und außenräumliche Qualitäten unterstützt. Dem Gebäude sieht man Mut zu räumlichen Lösungen an, in denen Kinder ernst genommen werden. Die Volksschule bietet durchgängig unkonventionelle Detail- und Materiallösungen, spielerische Oberflächen, unerwartete Durchbrüche, kindergerechte Aufenthaltsecken, -nischen und -liegen. Jeder Volksschulklasse vorgelagert ist eine „Freiklasse“, also eine umfasste und überdachte Erweiterung des Klassenraums Richtung Garten. Auf der Gemeinschaftswiese können sich Kinder aller Altersgruppen ebenso unkompliziert treffen wie im gemeinsamen Foyer- und Aufenthaltsbereich. Die Raumstruktur setzt somit Anforderungen an neue Volksschulräume mustergültig um: Konzentrierte Schulstunden in der Stammklasse sind ebenso möglich wie freieres gemeinsames Lernen außerhalb des Klassenzimmers in den lustvoll (auch im besten Sinne lustig) und großzügig gestalteten Gemeinschaftsbereichen. Hervorzuheben ist daher die offensichtlich gelungene Kooperation zwischen der Gemeinde Bad Blumau als Auftraggeberin, dem Lehrkörper, den sonstigen Beteiligten und dem Architektenteam; der daraus resultierende Mut sowie die Freude an den neuen Räumen sind in der neuen Schule und um sie herum deutlich spürbar.

Kunsthaus Weiz

2007_09_F2
2007_09_F3

© Archiv BauKultur Steiermark, Wolfgang Retter

Kunsthaus Weiz

2007
Adresse

Rathausgasse 3, 8160 Weiz

Planung

Architekt Dipl.-Ing. Dietmar Feichtinger, Feichtinger Architectes, Paris/Wien

Bauherr

BOOTES-Immorent GrundverwertungsgmbH
vertreten durch Immorent Süd GmbH für die Stadt Weiz

Fertigstellung

2005

Jury Geramb Dankzeichen 2007

Dipl.-Ing. Christian Hofmann, Vorsitz
Arch. Dipl.-Ing. Ulrike Bogensberger
Bmst. Ing. Alfred Fruhmann
Arch. Dipl.-Ing. Hans Hohenfellner
Arch. Dipl.-Ing. Gerhard Mitterberger
Arch. Dipl.-Ing. Dr. Uli Tischler

Als transparenter, in Glas aufgelöster Körper integriert sich das Volumen des Kunsthauses in den Bestand von Weiz. Der Bau überrascht als „große Geste“ in einer kleinen, mittelalterlichen Struktur. Das Gebäude ist zweigeschossig angelegt, wobei das gesamte Erdgeschoss Flächen für Handel und Verkauf bietet. Das Obergeschoss bildet den wesentlichen Kern des Kunsthauses, welches Veranstaltungssaal, Foyer und Ausstellungsflächen aufnimmt. Eine neu geschaffene Gasse an der Längsseite, welche ebenso transparent und ohne Geschäftsportale angelegt wurde, nimmt die Struktur des Kunsthauses auf und spiegelt diese wider, sodass sich das Haus sein eigenes Gegenüber zu schaffen scheint und seine solitäre Wirkung aufhebt. Die maßstäbliche Großzügigkeit vermittelt die klare Haltung, dass Kunst auch elegant sein darf. Die Lösung sauberer Details setzt sich in den Innenräumen fort. Ummantelte kupferne Wände zieren das Foyer. Der große Veranstaltungssaal ist gänzlich in Schwarz gehalten, mit dunklem Eichenparkett und schwarzen Fauteuils. Seine spezifische Ästhetik erhält er unter anderem durch die seitlichen, vorgesetzten Metallvorhänge.

Hof B, St. Magdalena am Lemberg

2007_08_F4
2007_08_F3

© Archiv BauKultur Steiermark, Wolfgang Retter

Hof B, St. Magdalena am Lemberg

2007
Planung

Dipl.-Ing. Oskar Beer

Bauherr

Dipl.-Ing. Oskar Beer

Fertigstellung

2006

Jury Geramb Dankzeichen 2007

Dipl.-Ing. Christian Hofmann, Vorsitz
Arch. Dipl.-Ing. Ulrike Bogensberger
Bmst. Ing. Alfred Fruhmann
Arch. Dipl.-Ing. Hans Hohenfellner
Arch. Dipl.-Ing. Gerhard Mitterberger
Arch. Dipl.-Ing. Dr. Uli Tischler

Ein landwirtschaftliches Ensemble liegt gut in das Hanggelände eingefügt und in Streuobstbestände gebettet als selbstverständliches und prägendes Element in der oststeirischen Kulturlandschaft. Man kennt dieses Bild, aber es wird immer rarer. Neue Bewirtschaftungsformen, geänderte Wohnbedürfnisse, Ersatzbauten, Stadtflucht, Baumarkt-Philosophie – all dies trägt zum langsamen Untergang dieser anonymen Kultur bei.
In St. Magdalena wird ein altes landwirtschaftliches Ensemble durch eine gelungene Weiterführung des alten Guten zu neuem Leben erweckt. Der Vierkanthof mit Bildstock und Kellerstöckl am Hang ist in vorbildlicher, liebevoller Kleinarbeit und bautechnischer Perfektion mit hohem Aufwand saniert. Der Wohntrakt ist im Inneren auf heutige Bedürfnisse abgestimmt, ohne nach außen eine Substanzveränderung zu zeigen. Teils dienen die Wirtschaftstrakte nach wie vor der landwirtschaftlichen Nutzung, teils sind sie für neue Funktionen adaptiert. Das ehemals verfallene Kellerstöckl ist perfekt saniert und restauriert und widersteht so wieder dem Zahn der Zeit.
Obwohl das Anwesen so extensiv genutzt wird wie das Kulturland, das es umgibt, vermittelt es keinesfalls den Eindruck des Wochenendhauses, es ist nach wie vor stimmig im Bild der Kulturlandschaft.

Da es sich um ein Privathaus handelt und wir die Privatsphäre der Bewohner schützen wollen, geben wir den genauen Standort nicht bekannt und verorten das Gebäude auch nicht auf unserer Karte.

Reithalle Windisch, Hohenau an der Raab

© Archiv BauKultur Steiermark, Wolfgang Retter

Reithalle Windisch, Hohenau an der Raab

2007
Adresse

Auen 12, 8162 Passail

Planung

Architekturbüro Erwin Kaltenegger, Passail

Bauherr

Robert Windisch

Fertigstellung

2004

Jury Geramb Dankzeichen 2007

Dipl.-Ing. Christian Hofmann, Vorsitz
Arch. Dipl.-Ing. Ulrike Bogensberger
Bmst. Ing. Alfred Fruhmann
Arch. Dipl.-Ing. Hans Hohenfellner
Arch. Dipl.-Ing. Gerhard Mitterberger
Arch. Dipl.-Ing. Dr. Uli Tischler

In der Kleingliedrigkeit von Auen stellt die Anlage Windisch mit der neuen Reithalle des Painthorse-Reitclubs eine große und dominante Struktur dar. Das Anwesen befindet sich zwar im Landschaftsschutzgebiet, doch ist der Landschaftsschutz aufgrund der bestehenden Bebauung der Umgebung nicht sonderlich gefordert.
Die markante Dachkonstruktion in Form eines mit Stahl unterspannten Rundholztragwerkes überspannt eine Fläche von ca. 18 x 45 Metern. Auffallend bei diesem Projekt ist der Gestaltungswille in der Tragstruktur. Das Ergebnis zeigt die Auseinandersetzung mit dem Baustoff Holz als Rohmaterial und das Wissen der statischen und architektonischen Umsetzung als Tragwerk. Es handelt sich um eine technisch innovative und gestalterisch vorbildliche Leistung.