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Kindergarten / Kinderkrippe Mühlgasse, Lannach

© Schreyer David

Kindergarten / Kinderkrippe Mühlgasse, Lannach

2020, Gemeinschaftliche Räume
Adresse

Mühlgasse 1, 8502 Lannach

Planung

BERKTOLD WEBER Architekten

Bauherr

Marktgemeinde Lannach

Fertigstellung

2019

Jury GerambRose 2020

Arch.in DIin Susanne Fritzer
Univ. Prof. Arch. DI Hans Gangoly
Mag.a DIin Eva Guttmann
Prof. Arch. Sigurd Larsen
Dr. Arch. Armin Pedevilla

Philipp Berktold und Helena Weber haben schon mehrfach bewiesen, dass sie mit Hangsituationen umgehen können und Erfahrung in der Planung von Kindergärten haben. Das wird auch am 2019 fertiggestellten Kindergarten in der Mühlgasse in Lannach deutlich, der anders als viele andere Beispiele dieser Typologie Kindergerechtigkeit nicht durch „Niedlichkeit“, sondern durch das Bereitstellen von überschaubaren Wegen und Strukturen sowie klaren Einheiten erzeugt.
Das zweigeschossige Gebäude steht an einem sanft nach Nordwesten abfallenden Hang, das sockelartige Eingangsgeschoss, in dem sich Lager- und Technikräume befinden, folgt dem Hangverlauf, das auskragende Obergeschoss erreicht an der Südseite Geländeniveau. Vom geschützten Eingang aus gelangt man über eine Treppe nach oben, rechts kommt man zum offenen Essensbereich sowie zur Kinderkrippe mit Ruheraum, links befinden sich Büro- und Personalräume, eine Garderobe und Sanitäreinheiten. Folgt man dann dem Gang entlang der Nordseite des Gebäudes, gelangt man zu den beiden Gruppenräumen. Diese sind spiegelsymmetrisch angelegt, verfügen jeweils über eine eigene Garderobe, WCs und einen ruhigen Ausweichrau. Ein Bewegungsraum in der Mitte ist von beiden Gruppenräumen aus zugänglich. Der Spielhof vervollständigt das L-förmige Gebäude zu einem Rechteck, was durch die Fortsetzung des Dachüberstands vor den Gruppenräumen über einem umlaufenden Weg zusätzlich visualisiert wird. Außerhalb dieser „Rahmung“ geht das Grundstück in eine große Wiese über, die gemeinsam mit den Kindern der angrenzenden Volksschule genutzt wird.
Während grau lasiertes Holz die Fassade bildet, wird das Innere von warmen, hellen Holzoberflächen dominiert. Dezente farbige Akzente bei Möbeln und textilen Elementen unterstreichen die wohnliche Atmosphäre.
Sowohl die Umsetzung des Raumprogramms als auch die Detaillierung und handwerkliche Ausführung sind von hervorragender Qualität. Dass auch verschiedenen Bedürfnissen etwa in Form unterschiedlicher Sitzhöhen Rechnung getragen wird, ist ein weiterer hervorhebenswerter Aspekt. Die Jury ist beeindruckt von der Freiheit, die den Kindern hier durch die Architektur zugestanden wird, sowie von der Qualität und Konsequenz der Umsetzung und verleiht dem Kindergarten deshalb die GerambRose 2020.

Mittelschule III Weiz

© Schreyer David

Mittelschule III Weiz

GerambRose – Klassiker
Adresse

Offenburger Gasse 17, 8160 Weiz

Planung

Architekt Viktor Hufnagl

Bauherr

Stadtgemeinde Weiz

Fertigstellung

1968

Jury GerambRose 2020

Arch.in DIin Susanne Fritzer
Univ. Prof. Arch. DI Hans Gangoly
Mag.a DIin Eva Guttmann
Prof. Arch. Sigurd Larsen
Dr. Arch. Armin Pedevilla

1968, mitten in der Zeit gesellschaftlichen Aufbruchs, änderte sich auch die Vorstellung von Schule und Unterricht und die bis dato vorherrschenden pädagogischen Konzepte wurde überdacht. Im Zuge dieser Entwicklung kam es auch in Österreich zum Bau von Hallenschulen, deren architektonisches Konzept Ausdruck einer unhierarchischen und offeneren Wissensvermittlung war. Viktor Hufnagl (1922–2007) hatte bereits ab den 1950er-Jahren Schulen geplant und gebaut, die eine Annäherung an den Hallenschul-Typus waren, 1964–1968 in Weiz jedoch die erste „echte“ Hallenschule Österreichs als Teil eines Ensembles, das 1978 fertiggestellt wurde, umgesetzt.
Ihre Tragstruktur besteht aus einem modularen Stahlbetongerüst mit auskragenden Kassettendecken und wenigen Stützen, der Innenausbau ist im Gegensatz dazu leicht und flexibel. Die 40 mal 40 Meter große Halle ist das Zentrum der Schule, von hier aus werden über eine symmetrische Treppenanlage und Galerien die Klassen erschlossen und sie wird als Pausenraum und für Veranstaltungen genutzt. Die Wirkung dieser Aula ist nicht nur aufgrund der räumlichen Großzügigkeit und die Beleuchtung von oben, sondern auch durch Details wie Bodenmuster und die Ausführung der Brüstungen zugleich beeindruckend und schön gestaltet.
Analog zu den Galerien gibt es umlaufende Balkone, die das Außenbild der Schule bestimmen, wobei die plastische Fassadenausprägung mit den zarten Fensterprofilen reizvoll kontrastiert und der Hülle eine strukturierte Tiefe verleiht.
Im Gegensatz zum später realisierten Gymnasium steht die NMS unter Denkmalschutz. Eine Sanierung des in die Jahre gekommenen und bauphysikalisch wie sicherheitstechnisch den Anforderungen nicht mehr entsprechenden Gebäudes wäre dringend notwendig, sollte allerdings sensibler erfolgen als jene des Gymnasiums.
Nicht nur aufgrund der herausragenden Bedeutung für den österreichischen Schulbau und der architektonischen Qualität, sondern auch als Motivation für die Stadtgemeinde, eine adäquate Sanierung voranzutreiben, erkennt die Jury der NMS Weiz die GerambRose Klassiker 2020 zu.

Volksschule Bildungscampus Algersdorf, Graz

© paul ott photografiert

Volksschule Bildungscampus Algersdorf, Graz

2018, Gemeinschaftliche Räume
Adresse

Algersdorfer Straße 9, 8020 Graz

Planung

ARGE Mesnaritsch | Spannberger Architekten

Bauherr

Stadt Graz

Fertigstellung

2016

Jury GerambRose 2018

Arch. Dipl.-Ing. Alfred Bramberger (Vorsitz)
Univ.-Prof. Arch. Dipl.-Ing. Hans Gangoly
Arch. Dipl.-Ing. Christian Matt
Arch. Dipl.-Ing. Georg Moosbrugger
Univ.-Prof.in Arch.in Maruša Zorec

Die Algersdorfer Schule gehört zu jenen stillen Architekturen, die auf den ersten Blick nicht beeindrucken – vielleicht fehlt in ihrem Garten ein Kirsch- oder ein Lindenbaum. Aber nachdem man den Eingang passiert hat, umfängt einen Licht, Verspieltheit, Wärme und Freude. Die Schule beeindruckt in erster Linie durch ihren außergewöhnlichen Maßstab: Beide Etagen sind niedriger als üblich und somit an der Größe der Kinder orientiert. Aus der unauffälligen Holzfassade ragt das exponierte Volumen des Vordaches und lädt zum Eintreten ein. Den Innenraum prägt eine horizontale Ausrichtung auf verschiedenen Ebenen – mit Blick in die Turnhalle und das kreisrund von oben belichtete Auditorium sowie durch die Spielbereiche weiter nach außen. Diese sind extrem transparent und ermöglichen die Wahrnehmung mehrerer Räume gleichzeitig. So entsteht ein Eindruck der Verbundenheit zwischen allen Kindern und Lehrern, zugleich erhält der Innenraum von mehreren Seiten Tageslicht. Der freie Grundriss wird hier tatsächlich umgesetzt, und zwar nicht nur im räumlichen Sinn, sondern auch durch die visuelle Durchlässigkeit der Spiel- und Klassenzimmer sowie der Gemeinschaftsbereiche. Dieses Konzept setzt sich auch auf der oberen Etage fort, wo sich großzügige Flächen vor den Klassen mit dem Außenraum und dem begrünten Flachdach über dem Erdgeschoss verbinden.
Die Materialisierung des Hauses ist außerordentlich schön: Tragende Innenwände aus Sichtbeton mit der Größe der Kinder entsprechenden Holzfenstern: Niedrige Parapete, die den einzelnen Klassen zugewandt sind und Fensterelemente, die in einer Verbindung zu den Schulbänken stehen. Das alles, ergänzt durch die bunte Möblierung, schafft eine kinderfreundliche Umgebung. Die für das Lernen notwendige Intimität ist ebenso vorhanden wie die Möglichkeit, außerhalb der Klassenzimmer frei zu spielen. Die Verschiedenheit der Kinder wird respektiert und ihre unerschöpfliche Kreativität kann sich entfalten. Diese Schule wird mit Sicherheit dazu beitragen, eine Persönlichkeitsentwicklung zu fördern, die – so hoffen wir – in gleichem Maße frei und offen sein wird. MZ

MED CAMPUS Graz, Hauptkörper Modul 1

Med Campus Modul 1    Graz          riegler riewe architekten zt-ges.m.b.h.
Med Campus Modul 1    Graz          riegler riewe architekten zt-ges.m.b.h.
Med Campus Modul 1    Graz    2017      riegler riewe architekten zt-ges.m.b.h.
Med Campus Modul 1    Graz          riegler riewe architekten zt-ges.m.b.h.

© paul ott photografiert

MED CAMPUS Graz, Hauptkörper Modul 1

2018, Gemeinschaftliche Räume
Adresse

Neue Stiftingtalstraße 6, 8010 Graz

Planung

Riegler Riewe Architekten ZT – Ges.m.b.H.

Bauherr

BIG in Kooperation mit der Med Uni Graz

Fertigstellung

2017

Jury GerambRose 2018

Arch. Dipl.-Ing. Alfred Bramberger (Vorsitz)
Univ.-Prof. Arch. Dipl.-Ing. Hans Gangoly
Arch. Dipl.-Ing. Christian Matt
Arch. Dipl.-Ing. Georg Moosbrugger
Univ.-Prof.in Arch.in Maruša Zorec

Wenn die Stadt in die Stadt kommt, entsteht Pluralismus durch Dichte. Und wenn sich ein neues urbanes Gefecht mit den topografischen Schichten des Ortes überlagert und das städtische Umfeld an sich bindet, entsteht Kommunikation. In Graz wird die ethnische Konsistenz der Medizin im Modul 1 des MED CAMPUS in Raum umgedeutet und so zur atmosphärischen und humanen Integration verfestigt. Es sind förmlich Raumschichten, die sich aneinander reiben und dadurch die Potenziale der menschlichen Interaktion unaufdringlich an die Oberfläche bringen.
Eine Sequenz von langgestreckten Gebäudevolumina, die sich öffnen und schließen, greift ineinander. Brücken verbinden Institute und Lehrlandschaften, Plätze gehen über in Gassen und die dritte Dimension wird nahezu schwerelos überwunden. Diese Porosität der Räume schafft ein Dorf auf mehreren Etagen mit einem zentralen Platz im dritten Obergeschoss, der wiederum einen wesentlichen Teil der örtlichen Identifikation mit einprägsamen Blicken auf die Nachbarschaften bildet. Nicht zuletzt wird durch diese Differenzierung der Baukörperpositionierung die Frischluftschneise der Stadt Graz berücksichtigt und ein ausgewogenes Mikroklima ermöglicht.
In derselben Konsequenz und Reichhaltigkeit wird die innere Struktur bewältigt. Im Wechsel von schlanken und breiten Baukörpern wechselt der Inhalt von Büro auf Labor. Durch diese Disposition der Funktionen wird – auch mit Hilfe der Betriebssystematik – eine kollektive Absonderung in eigenen „Arbeitskapseln” verhindert. Die sozialen Milieus der Identifikation überspannen die Gesamtheit. Umhüllt von acht Graustufen erscheint der Campus dem fernen Flaneur als abziehender Wolkenhimmel, der sich in den ruralen Landschaften der Grazer Umgebung niederlassen will. CM

Gebäudeadaptierung Biomedizinische Technik, TU Graz

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© David Schreyer

Gebäudeadaptierung Biomedizinische Technik, TU Graz

2016, Arbeitswelten
Adresse

Stremayrgasse 16, 8010 Graz

Planung

Gangoly & Kristiner Architekten ZT GmbH

Bauherr

Bundesimmobiliengesellschaft m. b. H.

Fertigstellung

2015

Jury GerambRose 2016

Arch.in MMag.a Sonja Gasparin (Vorsitz)
Arch. Dipl.-Ing. Georg Moosbrugger
Univ.-Prof.in Arch.in Elli Mosayebi
Univ.-Prof. Arch. Dipl.-Ing. Hubert Rieß
Dipl.-Ing. Andreas Tropper

Die „Alte Chemie“ von Karl Raimund Lorenz ist ein markantes Beispiel für den Funktionalismus der Nachkriegszeit. Während die Gebäudehülle entsprechend den Bestimmungen des Denkmalschutzes weitgehend unangetastet blieb, kam es im Inneren zu gravierenden Eingriffen, die den Prämissen von Energieeffizienz, Funktionalität, Ökonomie und einer zeitgemäßen internen Organisation und Gestaltung folgen. Alle Einbauten mit Ausnahme des zentralen Haupt- und der beiden stirnseitigen Fluchttreppenhäuser wurden entfernt und die Haupttragstruktur freigelegt. Am Dach wurde ein zurückversetztes Restaurantgeschoss errichtet, das einen attraktiven Blick auf die Stadt bietet.
Während es im Erdgeschoss eine für alle zugängliche öffentliche Zone gibt, die sich bis zu einer neuen Dachskulptur im Freien zieht, wurde die zweihüftige Anlage der Obergeschosse aufgebrochen und eine offene, quer lüftbare Struktur von Instituts- bzw. Bürosequenzen angelegt. Die Verkabelung der temporären und permanenten Arbeitsplätze erfolgt über eine von den freigelegten Betonrippendecken abgehängte Versorgungsstruktur, die den Eindruck einer eigenständigen und angenehm luftigen Schicht erzeugt. Überkopfhohe Trennwände und freistehende Technik-Boxen strukturieren die Institutsbereiche.
Die Holzleistenverkleidung der leichten Trennwände in den Bürozonen wurde von einzelnen Juroren hinterfragt, ist jedoch ein in unterschiedlicher Ausführung wiederkehrendes Element im gesamten Gebäude. Die Jury würdigt die gelungene Adaptierung und das entspannte Gestaltungskonzept ebenso wie die Sichtbarmachung der Gebäudestruktur, die Materialwahl und den Umgang mit den Themen Energie und Nachhaltigkeit.

Volksschule Hausmannstätten

© paul ott photografiert

Volksschule Hausmannstätten

2012, Gemeinschaftliche Räume
Adresse

Hauptstraße 50a, 8071 Hausmannstätten

Planung

.tmp architekten, Graz

Bauherr

Marktgemeinde Hausmannstätten Schulbau KG

Fertigstellung

2011

Jury GerambRose 2012

Prof.in Arch.in Marianne Burkhalter (Vorsitz)
Dipl.-Ing. Markus Bogensberger
Arch.in Mag.a arch., M. Arch. II Gabu Heindl
Dipl.-Ing. Dr. techn. Bernhard Steger
Arch.in DI Alexandra Stingl

Das Projekt der neuen Volksschule beachtet die wesentlichsten landschaftsräumlichen und städtebaulichen Aspekte auf prägnante, präzise Art und Weise. Die Anbindung an den grünen Bereich im Südwesten einerseits und die Beziehung zur bestehenden Hauptschule und Turnhalle andererseits als Ergänzung und räumlicher Abschluss sind die entwurfsbestimmenden Themen. Aus dieser Setzung werden die konzeptionellen innenräumlichen Beziehungen „Landschaftsraum und urbaner Platz“ als diagonale räumliche Sequenz und Verbindung herausentwickelt. Die strukturelle Strenge des Gebäudes wird durch spannungsvolle innere Raumabfolgen und Durchsichten gebrochen. Besondere, individuell oder als Gruppe nutzbare Räume, gedeckte Loggien und Nischen verweisen auf ein experimentelles, vielfältig gestaltbares Lernprogramm. Eine Eigenheit dieser Anordnung sind die Funktionsüberlagerungen von Erschließung und Pausenflächen, hier soll die informelle Kommunikation zwischen Schülern und Lehrerinnen stattfinden. Das Projekt zeigt auch innovative Ideen wie die kindergerechten, witzigen Garderobenmöbel im Eingangsbereich und die darüberliegenden gläsernen, lichtbringenden Sitzrondelle. Schade, dass die Vielfalt der Materialien und Farben, vor allem im Bereich der Treppen, dieser Einfachheit und Klarheit nicht ganz entspricht. Die Jury lobt die Dualität der Themen und ist von ihr angetan: von der Einbindung in den Bestand und den Landschaftsraum, gleichzeitig vom innovativen Umgang und der Auseinandersetzung mit dem Programm einer zeitgemäßen Volksschule.

Volksschule Mönichwald

Volksschule Mönichwald
Volksschule Mönichwald
Volksschule Mönichwald

© Günter Kresser, Michael Rieper, Barbara Meisterhofer

Volksschule Mönichwald

2012, Gemeinschaftliche Räume
Adresse

Karnerviertel 3, 8252 Mönichwald

Planung

dreiplus Architekten ZT GmbH

Bauherr

Gemeinde Mönichwald Orts‐und Infrastrukturentwicklungs KG

Fertigstellung

2009

Jury GerambRose 2012

Prof.in Arch.in Marianne Burkhalter (Vorsitz)
Dipl.-Ing. Markus Bogensberger
Arch.in Mag.a arch., M. Arch. II Gabu Heindl
Dipl.-Ing. Dr. techn. Bernhard Steger
Arch.in DI Alexandra Stingl

Die neue Volksschule ist ein Dorfrandgebäude und nimmt städtebaulich spannungsvoll Bezug zur gebauten Umgebung. Durch die spezielle Baukörperstellung bildet sie den Abschluss der Bebauung zur Landstraße hin und erfüllt diesbezüglich auch eine Lärmschutzfunktion. Das Gebäudevolumen gliedert sich in den Turnsaaltrakt und den höheren Klassentrakt. Die beiden Gebäudeteile sind im rechten Winkel zueinander angeordnet, beziehen in souveräner Weise die natürliche Geländekante mit ein und bilden mit den umliegenden bestehenden Gebäuden einen Platz. Das Obergeschoss kragt über dem Eingangsbereich aus und überdacht somit großzügig einen Teil des dem Haupteingang vorgelagerten Pausenhofes, der – durch eine Freitreppe und eine Rampe gefasst – integrativer Bestandteil des Gebäudes ist, aber auch in feiner Differenzierung des öffentlichen Raumes dem neu geschaffenen Platz zugehört. Das Foyer erstreckt sich als Kommunikations- und Erschließungsfläche über alle drei Geschosse. Die innenräumliche Beziehung zwischen den drei Ebenen gelingt über die präzise Anordnung von Treppe und Galerie. Die klare Formensprache der Baukörper wird in ihrer materiellen Umsetzung durch die sorgfältige Wahl einiger weniger Baustoffe unterstrichen, deren spezifische Qualitäten durch solide Fügung und den treffsicheren Einsatz außen wie innen mit hoher sinnlicher Intensität zum Tragen kommen.

Kindergarten St. Johann‐Köppling

© paul ott photografiert

Kindergarten St. Johann‐Köppling

2012, Gemeinschaftliche Räume
Adresse

8565 St. Johann ob Hohenburg 23

Planung

reitmayr architekten, Graz

Bauherr

Gemeinde St. Johann‐Köppling und ÖWG

Fertigstellung

2010

Jury GerambRose 2012

Dipl.-Ing. Markus Bogensberger
Arch. Prof. Marianne Burkhalter
Arch. Dipl.-Ing. Alexandra Stingl
Dipl.-Ing. Dr. techn. Bernhard Steger
Arch. Mag. arch., M. Arch. II Gabu Heindl

Der quer zum Hang liegende, längliche Baukörper des Kindergartens betont das archetypische Motiv eines Hauses mittels großflächiger, geschlossener Fassaden sowie eines Satteldachs und generiert dadurch einen wohltuend ruhigen Moment in der visuell heterogenen Umgebung. Während das Äußere schlicht und klar gehalten ist, verfügen die Innenräume über eine hohe funktionelle und räumliche Vielfalt. Ineinander übergehende Raumsituationen und Möglichkeiten zur Mehrfachnutzung bieten dem Konzept des „offenen Kindergartens“ eine räumliche Entsprechung. Durch Dachfenster und massive Betonscheiben werden in den Gruppenräumen, dem Gang, dem Foyer und der Galerie vielfältige Lichtsituationen und Ausblicke inszeniert und somit ein attraktiver gestalterischer Rhythmus eingeführt.

Als Oberflächen finden Sichtbeton und Holz in ausgewogener Weise Verwendung und bieten einen dezenten und dennoch haptisch ansprechenden Hintergrund für die Aktivitäten der Kinder. Die drei Gruppenräume sind visuell miteinander verbunden und öffnen sich mittels großzügiger Verglasung auf eine gemeinsame Terrasse. Diese verfügt über ein weit ausladendes Vordach sowie individuell steuerbaren Sonnenschutz, wodurch ein zusätzlicher, vielfältig nutzbarer Raum im Übergang zum Garten entsteht.

Volksschule Bad Blumau

BauKultur-Steiermark-VS-Bad-Blumau-01

© paul ott photografiert

Volksschule Bad Blumau

2012, Gemeinschaftliche Räume
Jury GerambRose 2012

Dipl.-Ing. Markus Bogensberger
Arch. Prof. Marianne Burkhalter
Arch. Dipl.-Ing. Alexandra Stingl
Dipl.-Ing. Dr. techn. Bernhard Steger
Arch. Mag. arch., M. Arch. II Gabu Heindl

Die Volksschule Bad Blumau besticht durch ihre räumliche Strukturierung. Gegenwärtige pädagogische Konzepte werden durch spannende innen- und außenräumliche Qualitäten unterstützt. Dem Gebäude sieht man Mut zu räumlichen Lösungen an, in denen Kinder ernst genommen werden. Die Volksschule bietet durchgängig unkonventionelle Detail- und Materiallösungen, spielerische Oberflächen, unerwartete Durchbrüche, kindergerechte Aufenthaltsecken, -nischen und -liegen. Jeder Volksschulklasse vorgelagert ist eine „Freiklasse“, also eine umfasste und überdachte Erweiterung des Klassenraums Richtung Garten. Auf der Gemeinschaftswiese können sich Kinder aller Altersgruppen ebenso unkompliziert treffen wie im gemeinsamen Foyer- und Aufenthaltsbereich. Die Raumstruktur setzt somit Anforderungen an neue Volksschulräume mustergültig um: Konzentrierte Schulstunden in der Stammklasse sind ebenso möglich wie freieres gemeinsames Lernen außerhalb des Klassenzimmers in den lustvoll (auch im besten Sinne lustig) und großzügig gestalteten Gemeinschaftsbereichen. Hervorzuheben ist daher die offensichtlich gelungene Kooperation zwischen der Gemeinde Bad Blumau als Auftraggeberin, dem Lehrkörper, den sonstigen Beteiligten und dem Architektenteam; der daraus resultierende Mut sowie die Freude an den neuen Räumen sind in der neuen Schule und um sie herum deutlich spürbar.