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Gesundheitseinrichtung Josefhof, Graz

© Schreyer David

Gesundheitszentrum Josefhof, Graz

2020, Gemeinschaftliche Räume
Adresse

Haideggerweg 38, 8044 Graz

Planung

Dietger Wissounig Architekten ZT GmbH

Bauherr

Versicherungsanstalt öffentlich Bediensteter, Eisenbahnen und Bergbau

Fertigstellung

2019

Jury GerambRose 2020

Arch.in DIin Susanne Fritzer
Univ. Prof. Arch. DI Hans Gangoly
Mag.a DIin Eva Guttmann
Prof. Arch. Sigurd Larsen
Dr. Arch. Armin Pedevilla

Die Gesundheitseinrichtung Josefhof ist ein Haus für Gesundheitsfortbildung, in dem gesunde Menschen darin geschult werden, gesund zu bleiben.
Funktionell umfasst es Foyer, 120 Gästezimmer mit 130 Betten, Küche, Lehrküche, Speisesaal, Bar, Aussichtsterrasse, Verwaltungs- und Haustechnikbereiche, ein Ambulatorium, Gymnastik- und Seminarräume, einen Bewegungsbereich, Schwimmbad und Saune mit den dazugehörigen Außenanlagen.
Das Besondere am Josefhof ist jedoch nicht dass, sondern wie dieses Raumprogramm umgesetzt wurde: An einen Südhang mit Senke schmiegen sich parallel zum Geländeverlauf drei langgestreckte, stark horizontal gegliederte Baukörper – Nord-, Mittel- und Südschiff. Sie sind jeweils um eineinhalb Geschosse versetzt, sodass vom oberen freie Aussicht über das Dach des unteren möglich ist, wobei alle Dächer begrünt sind und damit als ein Ersatz für die verbaute Grundfläche gelesen werden können. Auch zwischen den Schiffen zieht sich die Wiese durch, lediglich unterbrochen von den schwellenlosen Übergängen. In jeden Baukörper eingeschnitten sind ein bis zwei abgeschlossene, üppig begrünte Atrien. Überhaupt ist die Bepflanzung im, am und außerhalb des Gebäudes nicht nur wichtiges Gestaltungsmittel, sondern zeigt auch die große Aufmerksamkeit, die der Landschaft gewidmet wurde.
Nachhaltigkeit und Ressourcenschonung waren die die Planung generell bestimmenden Faktoren. Der Josefhof wurde großteils aus Holz gebaut und nur, wo es statisch nötig war bzw. wo die Schiffe erdberührt sind, kam Stahlbeton zum Einsatz. Die Zimmer wurden komplett (bis auf die mobile Inneneinrichtung) als Holzmodule vorgefertigt und bestimmen – abgesehen vom Eingangsgeschoss mit seinen großen Fensterflächen – die serielle Anmutung der Fassaden. Balkonbrüstungen aus Aluminiumlamellen sind zugleich Beschattungselemente, wodurch eine Klimatisierung des Hauses nicht notwendig ist. Ökologisch hochwertige, ungiftige Materialien (u.a. Holz, Lehm, Stein) kamen zum Einsatz, auf Kunststoff wurde wo möglich verzichtet.
In jeder Hinsicht ist der Josefhof schlüssige, innovative und nachhaltige Architektur auf höchstem gestalterischen Niveau und wird deshalb mit der GerambRose 2020 ausgezeichnet.

Legero United Campus, Feldkirchen

© Schreyer David

Legero United Campus, Feldkirchen

2020, Gemeinschaftliche Räume
Adresse

Legero-United-Straße 4, 8073 Feldkirchen bei Graz

Planung

Architektur:
Dietrich | Untertrifaller Architekten ZT GmbH
Landschaftsplanung:
Kieran Fraser Landscape Design

Bauherr

Legero United Campus GmbH

Fertigstellung

2019

Jury GerambRose 2020

Arch.in DIin Susanne Fritzer
Univ. Prof. Arch. DI Hans Gangoly
Mag.a DIin Eva Guttmann
Prof. Arch. Sigurd Larsen
Dr. Arch. Armin Pedevilla

Ursprünglich befand sich die Zentrale des Schuhherstellers im Grazer Stadtgebiet, sie war jedoch sowohl quantitativ als auch qualitativ an ihre Grenzen gestoßen, weshalb in einem Gewerbegebiet südlich von Graz ein neues Headquarter errichtet wurde.
Die Anforderungen an den Gebäudekomplex mit Verwaltung, Design- und Produktionsabteilung sowie einem Outletcenter waren nicht nur technischer und organisatorischer Art, sondern es sollte ein nachhaltiger, langlebiger, architektonisch hochwertiger und sowohl für MitarbeiterInnen als auch KundInnen angenehmer Ort zum Arbeiten und Einkaufen werden.
Aus einem Architektenwettbewerb gingen Dietrich | Untertrifaller Architekten aus Sieger hervor, wofür neben der Architektur die Erfahrung, das wirtschaftliche Knowh-how und – als organisatorisches Detail – die unterirdische Anlieferung ausschlaggebend waren.
Die Anlage besteht nun aus einem kreisförmigen Outlet und einem ringförmigen Büro- und Produktionsgebäude, in das drei kleinere „Bubbles“ hineinragen. Diese gliedern den Innenhof, der als besonders schön gestalteter Aufenthaltsbereich umgesetzt wurde.
Der Büroring in Holzbauweise sitzt auf einem Betontisch, der statisch darauf ausgerichtet ist, bei Bedarf ein weiteres Geschoss tragen zu können, wodurch bei erhöhtem Platzbedarf keine weitere Flächenversiegelung notwendig sein wird.
Die Ambition, nachhaltig zu bauen, ist an vielen Details ablesbar: Heimischen bzw. Recyclingmaterialien wurde der Vorzug gegeben, die Energieversorgung erfolgt großteils autark, es gibt ausreichend Fahrradstellplätze, die Autos parken auf Rasengittersteinen etc.
Die schwierigen Aspekte beim Bau von runden Gebäuden sind hier ausgezeichnet gelöst: Die Fenster bzw. die Fassaden aus eloxierten Aluminiumblechen sind weder geknickt, noch gebogen, sondern versetzt montiert. Die Systematik vom Grundmotiv der Fassade bis hin zum Innenausbau wird konsequent durchgehalten. Überall herrscht eine angenehme, unhierarchische Atmosphäre und der Firma gelingt es, ihre Firmenkultur in Architektur auszudrücken – mehr als ausreichende Gründe, dem Projekt die GerambRose 2020 zu verleihen.

Sportpark Graz Hüttenbrennergasse

© Schreyer David

Sportpark Graz Hüttenbrennergasse

2020, Gemeinschaftliche Räume
Adresse

Hüttenbrennergasse 31, 8010 Graz

Planung

projektCC zt gmbh

Bauherr

Sportunion Steiermark

Fertigstellung

2018

Jury GerambRose 2020

Arch.in DIin Susanne Fritzer
Univ. Prof. Arch. DI Hans Gangoly
Mag.a DIin Eva Guttmann
Prof. Arch. Sigurd Larsen
Dr. Arch. Armin Pedevilla

Im Süden von Graz wurde die modernste Ballsporthalle Österreichs errichtet. Sie ist Herzstück des Sportparks Hüttenbrennergasse, der als zweigeschossiger Solitär nicht nur sportliches Zentrum ist, sondern auch ein neuer sozialer Anziehungspunkt für BewohnerInnen des bislang stadtplanerisch eher stiefmütterlich behandelten Viertels.
Die Grundrisse des zweigeschossigen Gebäudes mit vollständig verglastem Sockel sind klar in drei parallelen Funktionsschichten angelegt, die Ergebnis der Auseinandersetzung mit den Abläufen im Sportpark sind. Neben der Ballsporthalle sind im Eingangsgeschoss das Foyer, eine umlaufende Erschließungszone, ein Restaurant mit Küche, ein Bereich für Sportmedizin und Leistungsdiagnostik und ein Athletikbereich untergebracht. Im Obergeschoss befinden sich ein Fechtsaal, der auch als Veranstaltungsbereich genutzt werden kann, Catering, Administration, ein Gymnastiksaal, ein Pressezentrum und eine Galerie für Medien und VIPs. Die Arena, Umkleiden, Sauna, Lagerflächen und eine Tiefgarage sind im Untergeschoss untergebracht.
Wände und Geschossdecken bestehen aus Stahlbeton, die Decke des Hallendachs aus einem Raster aus drei Meter hohen Brettschichtholzträgern, die 48 Meter überspannen.
Die Halle lässt sich unterteilen, die Tribünen für 3000 ZuseherInnen bestehen aus fixen und ausziehbaren Elementen.
Zeitlose Materialien (Sichtbeton, dunkler Estrich, Holz), unprätentiöse, sauber gelöste Details und ein ausgezeichnetes Lichtkonzept schaffen eine extrem angenehme Atmosphäre im Inneren der Halle, ein asphaltierter Vorbereich entlang der Schönaugasse mit dem Sitzgarten des Restaurants und einer straßenseitigen Abschirmung in Form einer Baumreihe sowie die Transparenz des Sockelgeschosses bestimmen jene im Außenbereich. Angesichts all dieser Qualitäten, der konsequenten und präzisen Umsetzung des funktionalen und architektonischem Konzepts, der einladenden Niederschwelligkeit der Anlage sowie der Präsenz im öffentlichen Raum vergibt die Jury eine GerambRose 2020 an den Sportpark Hüttenbrennergasse.

Prinzessin Veranda, Graz

© Schreyer David

Prinzessin Veranda, Graz

2020, Private Räume
Adresse

Wiener Straße 20, Grüne Gasse 7/9, 8020 Graz

Planung

PENTAPLAN ZT-GmbH

Bauherr

PROLEND Projektentwicklung GmbH

Fertigstellung

2017

Jury GerambRose 2020

Arch.in DIin Susanne Fritzer
Univ. Prof. Arch. DI Hans Gangoly
Mag.a DIin Eva Guttmann
Prof. Arch. Sigurd Larsen
Dr. Arch. Armin Pedevilla

In einem heterogenen, zentrumsnahen Wohn- und Gewerbegebiet in Graz wurde ein sechsgeschossiges Wohn- und Geschäftshaus errichtet, das einen maßgeblichen Beitrag zur Aufwertung des Gebiets geleistet hat und Initialzündung für dessen weitere Entwicklung war.
Der Umsetzung ging ein gemeinsamer Prozess von Bauträger und Architekten voraus, wobei auch das Thema der Gestaltung des Freiraums behandelt und im Dialog mit der Stadt Graz die Schaffung eines öffentlichen Platzes erreicht wurde.
Das Haus selbst ist geprägt von seiner Materialisierung in weißem Ortbeton, die Kolonnaden, die sich um das gesamt Gebäude ziehen, sowie deren Fortsetzung nach oben in Form tiefer Terrassen vor den Wohnungen, wodurch es eine zweite, stark geometrische, zwischen Innen und Außen vermittelnde Schicht besitzt.
Der Zuschnitt des Grundstücks und dessen maximale Ausnutzung waren ausschlaggebend für die ungewöhnliche Form des Bauwerks und die daraus resultierende Vielfalt an Wohnungsgrundrissen, die allesamt besonders gut geschnitten sind. In den Wohnungen gibt es kaum klassische Raumkonfigurationen und man spürt, dass auch diese Räume spannend zu bewohnen, flexibel zu benutzen und unkompliziert zu möblieren sind.
Eine weitere Besonderheit ist das ovale Atrium – ein Element, das von den Architekten schon mehrfach eingesetzt wurde, durch Mischnutzung hier jedoch einen halböffentlichen Charakter besitzt.
Die Vermeidung einer harten inhaltlichen Grenze zum Außenraum wird im Erdgeschoss durch die gewerbliche und gastronomische Nutzung sowie einen großen einsehbaren Fahrradabstellraum erreicht und in den Obergeschossen durch die Loggien, die auf Grund ihrer Größe, Tiefe und Materialisierung eine echte Wohnraumerweiterung sind.
Dass eine positive Entwicklung des ganzen Gebiets ein Anliegen der Planer ist, beweist der Ankauf von zwei denkmalgeschützten Vorstadthäusern in unmittelbarer Umgebung der „Prinzessin“. In einem wurden ebenfalls Wohnungen untergebracht, das zweite soll nach seiner Fertigstellung ein Gasthaus werden.
Aufgrund des städtebaulichen Konzepts, der erstklassigen Umsetzung, der vielfältigen internen und externen räumlichen Qualitäten und grundsätzlich der Schaffung von architektonischem Mehrwert, der weit über das Interesse an Profit hinausgeht, erkennt die Jury dem Projekt „Prinzessin Veranda“ eine GerambRose zu.

Kai 36, Graz

© Schreyer David

Kai 36, Graz

2020, Private Räume
Adresse

Kaiser-Franz-Josef-Kai 36, 8010 Graz

Planung

LAM ARCHITEKTUR ZT GMBH

Bauherr

Dr. Helmut Marko

Fertigstellung

2020

Jury GerambRose 2020

Arch.in DIin Susanne Fritzer
Univ. Prof. Arch. DI Hans Gangoly
Mag.a DIin Eva Guttmann
Prof. Arch. Sigurd Larsen
Dr. Arch. Armin Pedevilla

Jahrzehntelang stand das denkmalgeschützte Haus aus dem 17. Jahrhundert mit seinem auffallenden Schleppdach mit Schopfwalmgiebel am Fuß des Schlossbergs leer. Heute beherbergt es ein einzigartiges Hotel mit Café – eine Transformation, die dieses spezielle Baujuwel wieder zum Leben erweckt hat.
Zuerst wurden alle im Lauf der Jahre hinzugefügten Einbauten entfernt und die historische Struktur freigelegt. Das Haupthaus blieb in seiner ursprünglichen Gestalt erhalten, lediglich die straßenseitige Erdgeschosszone und hofseitige Fensteröffnungen wurden verändert, während die Hauptfassade besonders schön saniert wurde. An das Haupthaus angebaut gibt es einen Hofflügel, auf den ein zweigeschossiger Baukörper aufgesetzt wurde. Drittes Bestandsgebäude war ein freistehendes Stöckl, das um einen eingeschossigen Aufbau erweitert wurde. Ein neuer Baukörper befindet sich weiter hangaufwärts, wo sich auf mehreren terrassierten Geländestufen Gärten und ein Pool befinden.
Bei all diesen Maßnahmen galt es, die aus dem Altstadtschutz erwachsenden Anforderungen hinsichtlich Einfügung und Materialisierung zu beachten. Im Inneren (wie auch außen) mussten außerdem die Vorgaben des Denkmalschutzes beachtet werden. Die Zimmer wurden mit großem Geschick in die bestehenden, unregelmäßigen Strukturen integriert. Unterschiedliche Zuschnitte, Raumhöhen, Balkenlagen, Geschossniveaus etc. führten dazu, dass jeder Raum individuell gestaltet werden musste und überraschende räumliche Sequenzen entstanden sind. Obwohl es zweifellos schwierig war, neben den Anforderungen des Denkmalschutzes auch jene hinsichtlich Technik, Sicherheit und Infrastruktur zu erfüllen und es kein typologisches Vorbild gibt, trägt neben den räumlichen Qualitäten der leichtfüßige Umgang mit Materialien und nicht-standardisierten Einrichtungselementen zu einer angenehmen Atmosphäre bei.
Das Hotel ist ein hervorragendes Beispiel dafür, dass ein Bestandsobjekt, das für eine ganz andere Nutzung vorgesehen war, eine neue räumliche Vielfalt entwickeln kann und dass eine unkonventionelle (und dennoch seriöse) Herangehensweise sowie eine bei all dieser Vielfalt eigenständige Handschrift ein modernes, selbst in einem 400 Jahre alten Gebäude frisches Ergebnis hervorzubringen vermag, weshalb Kai 36 die GerambRose 2020 verliehen wird.

Volksschule Bildungscampus Algersdorf, Graz

© paul ott photografiert

Volksschule Bildungscampus Algersdorf, Graz

2018, Gemeinschaftliche Räume
Adresse

Algersdorfer Straße 9, 8020 Graz

Planung

ARGE Mesnaritsch | Spannberger Architekten

Bauherr

Stadt Graz

Fertigstellung

2016

Jury GerambRose 2018

Arch. Dipl.-Ing. Alfred Bramberger (Vorsitz)
Univ.-Prof. Arch. Dipl.-Ing. Hans Gangoly
Arch. Dipl.-Ing. Christian Matt
Arch. Dipl.-Ing. Georg Moosbrugger
Univ.-Prof.in Arch.in Maruša Zorec

Die Algersdorfer Schule gehört zu jenen stillen Architekturen, die auf den ersten Blick nicht beeindrucken – vielleicht fehlt in ihrem Garten ein Kirsch- oder ein Lindenbaum. Aber nachdem man den Eingang passiert hat, umfängt einen Licht, Verspieltheit, Wärme und Freude. Die Schule beeindruckt in erster Linie durch ihren außergewöhnlichen Maßstab: Beide Etagen sind niedriger als üblich und somit an der Größe der Kinder orientiert. Aus der unauffälligen Holzfassade ragt das exponierte Volumen des Vordaches und lädt zum Eintreten ein. Den Innenraum prägt eine horizontale Ausrichtung auf verschiedenen Ebenen – mit Blick in die Turnhalle und das kreisrund von oben belichtete Auditorium sowie durch die Spielbereiche weiter nach außen. Diese sind extrem transparent und ermöglichen die Wahrnehmung mehrerer Räume gleichzeitig. So entsteht ein Eindruck der Verbundenheit zwischen allen Kindern und Lehrern, zugleich erhält der Innenraum von mehreren Seiten Tageslicht. Der freie Grundriss wird hier tatsächlich umgesetzt, und zwar nicht nur im räumlichen Sinn, sondern auch durch die visuelle Durchlässigkeit der Spiel- und Klassenzimmer sowie der Gemeinschaftsbereiche. Dieses Konzept setzt sich auch auf der oberen Etage fort, wo sich großzügige Flächen vor den Klassen mit dem Außenraum und dem begrünten Flachdach über dem Erdgeschoss verbinden.
Die Materialisierung des Hauses ist außerordentlich schön: Tragende Innenwände aus Sichtbeton mit der Größe der Kinder entsprechenden Holzfenstern: Niedrige Parapete, die den einzelnen Klassen zugewandt sind und Fensterelemente, die in einer Verbindung zu den Schulbänken stehen. Das alles, ergänzt durch die bunte Möblierung, schafft eine kinderfreundliche Umgebung. Die für das Lernen notwendige Intimität ist ebenso vorhanden wie die Möglichkeit, außerhalb der Klassenzimmer frei zu spielen. Die Verschiedenheit der Kinder wird respektiert und ihre unerschöpfliche Kreativität kann sich entfalten. Diese Schule wird mit Sicherheit dazu beitragen, eine Persönlichkeitsentwicklung zu fördern, die – so hoffen wir – in gleichem Maße frei und offen sein wird. MZ

Jugendzentrum ECHO, Graz

Jugendzentrum ECHO      Graz 09.2018                Bernd Pürstl Architekt
Jugendzentrum ECHO      Graz 09.2018                Bernd Pürstl Architekt
Jugendzentrum ECHO      Graz 09.2018                Bernd Pürstl Architekt
Jugendzentrum ECHO      Graz 09.2018                Bernd Pürstl Architekt
Jugendzentrum ECHO      Graz 09.2018                Bernd Pürstl Architekt

© paul ott photografiert

Jugendzentrum ECHO, Graz

2018, Gemeinschaftliche Räume
Adresse

Leuzenhofgasse 4, 8020 Graz

Planung

Pürstl Langmaier Architekten

Bauherr

Stadt Graz

Fertigstellung

2017

Jury GerambRose 2018

Arch. Dipl.-Ing. Alfred Bramberger (Vorsitz)
Univ.-Prof. Arch. Dipl.-Ing. Hans Gangoly
Arch. Dipl.-Ing. Christian Matt
Arch. Dipl.-Ing. Georg Moosbrugger
Univ.-Prof.in Arch.in Maruša Zorec

Das neu errichtete Jugendzentrum ECHO in der Leuzenhofgasse löst das alte Gebäude am Mühlgang ab. Nahe dem Fröbelpark und eingebettet in eine städtische Grünoase ist das Haus ein geschützter Treffpunkt für junge Menschen. Frei von Konsumzwang bietet es für die Jugendlichen der Umgebung den Rahmen für Sport, Handwerk, Spiel, gemeinsame Aktivitäten und gemeinsames Lernen. Jugendzentren sind Orte der offenen Jugendarbeit, sie bieten Raum für Begegnung und den Erwerb von Sozialkompetenzen und Bildungsinhalten. Die Jugendlichen finden Anregung und Unterstützung und können ein breites Angebot an sinnvollen Freizeitmöglichkeiten nutzen. Das realisierte Projekt ging aus einem geladenen Wettbewerb der Stadt Graz hervor. Zielvorstellung und Vorgaben in der Auslobung waren die größtmögliche Einsichtig- und Überschaubarkeit der Innen- und Außenbereiche und zugleich das Schaffen von individuellen Freibereichen unter Einhaltung eines engen Kostenrahmens.
Beim Ankommen wird man von einem großzügig überdachten Vorplatz begrüßt, der das Hauptgebäude mit dem Werkstattbereich verbindet. Die Baukörperstellung (Haupthaus – überdachter Eingang – Werkstattgebäude) erzeugt mit dem umgebenden Baumbestand eine gelungene Hofbildung. Die erste Anlaufstelle ist die Theke im großen Gruppenraum des Hauptgebäudes. Dieser Aufenthaltsbereich erstreckt sich mit gut einsichtigen Rückzugszonen über die ganze Hofseite des Gebäudes. Große Öffnungen ins Freie verbinden Innen- und Außenraum und erlauben die Überschaubarkeit der ganzen Anlage von einem zentralen Punkt aus. Konstruktiv ist das Jugendzentrum ein reiner Holzbau aus BSP-Platten und BSH-Trägern mit Stahlstützen sowie einer hinterlüfteten Fassade aus sägerauen Lärchenbrettern. Die Einrichtung wurde zum Teil von den Nutzern unter Anleitung der Betreuer in der eigenen Werkstatt hergestellt. Dieses Mitgestalten der eigenen Lebensumwelt sorgt für eine zusätzliche Bindung der Jugendlichen zu ihrem Zentrum.
Der geringe Budgetrahmen ist zum Teil erkennbar, was aber für die Jury den positiven Gesamteindruck in keinster Weise schmälert. GM

MED CAMPUS Graz, Hauptkörper Modul 1

Med Campus Modul 1    Graz          riegler riewe architekten zt-ges.m.b.h.
Med Campus Modul 1    Graz          riegler riewe architekten zt-ges.m.b.h.
Med Campus Modul 1    Graz    2017      riegler riewe architekten zt-ges.m.b.h.
Med Campus Modul 1    Graz          riegler riewe architekten zt-ges.m.b.h.

© paul ott photografiert

MED CAMPUS Graz, Hauptkörper Modul 1

2018, Gemeinschaftliche Räume
Adresse

Neue Stiftingtalstraße 6, 8010 Graz

Planung

Riegler Riewe Architekten ZT – Ges.m.b.H.

Bauherr

BIG in Kooperation mit der Med Uni Graz

Fertigstellung

2017

Jury GerambRose 2018

Arch. Dipl.-Ing. Alfred Bramberger (Vorsitz)
Univ.-Prof. Arch. Dipl.-Ing. Hans Gangoly
Arch. Dipl.-Ing. Christian Matt
Arch. Dipl.-Ing. Georg Moosbrugger
Univ.-Prof.in Arch.in Maruša Zorec

Wenn die Stadt in die Stadt kommt, entsteht Pluralismus durch Dichte. Und wenn sich ein neues urbanes Gefecht mit den topografischen Schichten des Ortes überlagert und das städtische Umfeld an sich bindet, entsteht Kommunikation. In Graz wird die ethnische Konsistenz der Medizin im Modul 1 des MED CAMPUS in Raum umgedeutet und so zur atmosphärischen und humanen Integration verfestigt. Es sind förmlich Raumschichten, die sich aneinander reiben und dadurch die Potenziale der menschlichen Interaktion unaufdringlich an die Oberfläche bringen.
Eine Sequenz von langgestreckten Gebäudevolumina, die sich öffnen und schließen, greift ineinander. Brücken verbinden Institute und Lehrlandschaften, Plätze gehen über in Gassen und die dritte Dimension wird nahezu schwerelos überwunden. Diese Porosität der Räume schafft ein Dorf auf mehreren Etagen mit einem zentralen Platz im dritten Obergeschoss, der wiederum einen wesentlichen Teil der örtlichen Identifikation mit einprägsamen Blicken auf die Nachbarschaften bildet. Nicht zuletzt wird durch diese Differenzierung der Baukörperpositionierung die Frischluftschneise der Stadt Graz berücksichtigt und ein ausgewogenes Mikroklima ermöglicht.
In derselben Konsequenz und Reichhaltigkeit wird die innere Struktur bewältigt. Im Wechsel von schlanken und breiten Baukörpern wechselt der Inhalt von Büro auf Labor. Durch diese Disposition der Funktionen wird – auch mit Hilfe der Betriebssystematik – eine kollektive Absonderung in eigenen „Arbeitskapseln” verhindert. Die sozialen Milieus der Identifikation überspannen die Gesamtheit. Umhüllt von acht Graustufen erscheint der Campus dem fernen Flaneur als abziehender Wolkenhimmel, der sich in den ruralen Landschaften der Grazer Umgebung niederlassen will. CM

Eggenberge, Graz

Eggenberge             Graz 07.2016           PENTAPLAN ZT GmbHBüro für Architektur und Design
Eggenberge             Graz 07.2016           PENTAPLAN ZT GmbHBüro für Architektur und Design
Eggenberge             Graz 07.2016           PENTAPLAN ZT GmbHBüro für Architektur und Design
Eggenberge             Graz 07.2016           PENTAPLAN ZT GmbHBüro für Architektur und Design
Eggenberge             Graz 07.2016           PENTAPLAN ZT GmbHBüro für Architektur und Design
Eggenberge             Graz 07.2016           PENTAPLAN ZT GmbHBüro für Architektur und Design

© paul ott photografiert

Eggenberge, Graz

2018, Private Räume
Adresse

Alte Poststraße 122, 8020 Graz

Planung

PENTAPLAN ZT-GmbH

Bauherr

SOB Bauträger GmbH

Fertigstellung

2016

Jury GerambRose 2018

Arch. Dipl.-Ing. Alfred Bramberger (Vorsitz)
Univ.-Prof. Arch. Dipl.-Ing. Hans Gangoly
Arch. Dipl.-Ing. Christian Matt
Arch. Dipl.-Ing. Georg Moosbrugger
Univ.-Prof.in Arch.in Maruša Zorec

Der Stadtteil Eggenberg und die an einen Hügelzug erinnernde Silhouette geben dem Projekt seinen einprägsamen Namen. Eine intelligente Neuinterpretation des traditionellen, in Graz weit verbreiteten gründerzeitlichen Blockrandes greift gekonnt die Vorteile dieser Bebauung mit den an die Ränder verschobenen Baumassen und den dadurch frei werdenden grünen Innenhof auf. Es entsteht ein von allen Bewohnern nutzbarer „Park“ von hoher räumlicher und architektonischer Qualität, den die laute städtische Umgebung vor dem Betreten des Gebäudes nicht vermuten lässt.
Das städtebauliche und architektonische Konzept mit einem gewerblichen Sockelgeschoss samt Geschäftsgarage und den darüber gestapelten Wohngeschossen ist mit Raffinesse konsequent umgesetzt. Hervorzuheben ist der mannigfache Wohnungsmix, der sich logisch aus den vier je nach Himmelsrichtung differenziert gestalteten Blockrändern ergibt. Der Auftritt nach außen ist auf den ersten Blick hermetisch und bestimmt, bei der Annäherung und beim Betreten des Areals offenbaren sich jedoch hohe innenräumliche Qualitäten und die Orientierung fällt leicht.
Der Wohnungsmix, die differenzierten Außenräume in Form von Terrassen und tiefen Balkonen, die Teilhabe aller Bewohner am großzügigen Hof, der seine landschaftsgärtnerische Ausformung noch finden wird, sowie die Herangehensweise an die Bauaufgabe haben die Jury von der besonderen Qualität des Umgangs mit Wohnraum und Nutzungsdurchmischung im innerstädtischen Kontext überzeugt. AB