Rondo

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    Foto: Paul Ott

Das als „Rondo“ bezeichnete Gebäude wurde an Stelle der Grazer Marienmühle errichtet. Die Wohnnutzung mit einer vielfältigen Mischung aus Wohnungstypen und -größen wird ergänzt durch Büros, Künstlerateliers, Geschäftslokale und eine Gastronomieeinrichtung. Eine Besonderheit stellen die Kleinwohnungen dar, die in direkter Verbindung mit Büros stehen und eine interessante „Arbeiten und Wohnen“-Kombination anbieten. Das nach außen hin auffälligste Gestaltungsmerkmal des Projekts ist allerdings die vorgesetzte Fassade aus Polycarbonat. Sie schützt vor Lärm und Witterung, bietet Sichtschutz und bildet eine Art temperierte Pufferzone, die gleichzeitig zur Erschließung dient. Diese großzügig bemessene Kommunikationszone hat durch ihre Gestaltung als begrünter Raum nicht nur stimmungsmäßig, sondern auch mikroklimatisch positive Auswirkungen auf das Wohnumfeld. Weiter schafft diese Art der Fassadengestaltung ein Zeichen im Stadtraum mit hohem Wiedererkennungswert. Die Volumen des Baukörpers folgen den beiden begrenzenden Straßenzügen. In der Höhenentwicklung passt sich das Gebäude den benachbarten Häusern an.
Die Wohnräume orientieren sich in Richtung des durchgrünten Innenhofes, der vom Mühlgang durchflossen wird, und zum Volksgarten mit Blick auf den Schloßberg. Dort befindet sich auch ein Kleinkraftwerk, dessen Energie ebenso genutzt wird wie ein neun Meter tiefes Erdregister des ehemaligen Mühlenspeichers.
Das Projekt ist geprägt von erfinderischem Ideenreichtum und stellt sich der Herausforderung, sowohl öffentlich zugängliche Funktionen als auch privates Wohnen in einer interessanten städtischen Form zu kombinieren.
Besonders erwähnenswert erscheint auch die Tatsache, dass das Konzept der Projektentwicklung auf die Idee des Planers zurückzuführen ist.