Ölmühle Fandler

Foto: © Gerhard Wasserbauer

Im Rahmen des Zu- und Umbaus des Familienunternehmens zur Herstellung von Speiseölen wurden ein Fertigwarenlager, ein „Ess- und Denkraum“ für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mit Schauküche, Verkaufsräume, ein Verwaltungsgeschoss und Produktionsflächen errichtet. Von Anfang an war die Belegschaft in die Bedarfserhebung miteingebunden, deren Ergebnisse auch umgesetzt wurden.
Die Architektur zielt auf eine Verbindung zwischen der ländlichen Umgebung, Bestand und Neubau ab, wobei eine reduzierte Formen- und Materialsprache ( Sichtbeton, Glas, Eichenholz ) zur Anwendung kam. Um den zentralen Hof gruppieren sich nun die unterschiedlichen Einheiten; Blickbeziehungen, Begegnungen und die Vernetzung der Abläufe standen im Vordergrund. Im Erdgeschoss sind Produktions- und Lagerflächen sowie der offene Verkaufs- und Verkostungsraum, Küche und Speisezimmer. Täglich wird für die Belegschaft gekocht, das gemeinsame Mittagessen ist wichtiger Bestandteil der Firmenkultur.
Im Obergeschoss befinden sich das Büro der Chefin, ein Besprechungsraum, ein offener Aufenthaltsbereich mit Terrasse sowie das Büro für die Verwaltung. Dieses ist eine Mischung aus Zweier- und Großraumbüro mit raumhohen Schränken zwischen den Schreibtischen und niedrigeren Möbeln als Trennung von Gehzone und Arbeitsplätzen in Längsrichtung.
Die Atmosphäre ist zugleich gediegen und unangestrengt, die Architektur transportiert auf gelungene Art und Weise die Firmenphilosophie. Es besteht eine präzis durchgearbeitete Einheit zwischen Inhalt und Form sowie eine schöne Verschränkung unterschiedlicher Nutzungen. Die Jury ist beeindruckt von Engagement und Anspruch sowohl der Bauherrin als auch der Architekten und hebt die positive Beispielwirkung für die Region hervor.