Ökosozialer Wohnbau am Grünanger

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    Foto: Hubert Rieß

Das Wohnbauprojekt am Grünanger fügt sich in eine bestehende Barackensiedlung ein.
Die ursprüngliche Siedlung wurde während der Zeit des Naziregimes 1940 als „Umsiedlerlager“ für deutsche Bevölkerung aus der Südbukowina errichtet. Nach dem Zweiten Weltkrieg diente die Siedlung zur Unterbringung von sozial schwächer gestellten Personen. Über die Jahrzehnte entstand eine spezifische Form der Subkultur, die vor allem auch durch die Wohnform der frei stehenden Häuser mit Gärten geprägt wurde und an Kleingartenhäuser erinnert.
Das gegenständliche Projekt wurde initiiert, um teilweisen Ersatz zu schaffen und vor allem um eine sanfte bauliche Nachverdichtung herzustellen. Erklärtes Ziel war es, nicht wesentlich in die Lebensumstände der BewohnerInnen einzugreifen und den NutzerInnen der neuen Wohnungen effizienten, günstigen und dennoch hochqualitativen Lebensraum zur Verfügung zu stellen. Es wurden sechs zweigeschoßige Häuser, die jeweils vier Kleinwohnungen und zwei Maisonetten beinhalten, errichtet. Die Grundrisse zeichnen sich durch eine hochgradig optimierte Nutzung der Wohnfläche aus. So werden etwa in der größeren Wohnung auf 62 m² drei Zimmer, eine Wohnküche, das Wohnzimmer sowie Sanitär- und Abstellräume untergebracht. Die Herstellung in Modulbauweise konnte aufgrund der geringen Stückzahl nicht realisiert werden und die ursprünglich geplante Holzfassade musste grauen Faserzementplatten weichen, die zwischenzeitlich bereits mittels einer bunten Farbgebung „behübscht“ wurden.
Das Projekt bezieht daher seine Einzigartigkeit nicht ausschließlich aus dem gebauten Resultat, sondern verdient insbesondere Anerkennung für die intensive Bemühung, prekär lebenden Bevölkerungsgruppen adäquaten Wohn- und Lebensraum zur Verfügung zu stellen.