Haus im Ort

Foto: © Dietmar Hammerschmid

„Ein Haus für eine Familie und ein Garten, der bleibt wie er war. Ein Dorf, das beinahe bleibt wie es war“, – so endet die kurze Beschreibung der Architekten für das Einfamilienhaus einer Jungfamilie. Das Dorf ist Pruggern im Ennstal, ein Ort mit bäuerlich geprägter Vergangenheit, dessen Strukturen im Zentrum noch erhalten und erlebbar sind. Das neue Einfamilienhaus steht inmitten dieser klein- teiligen, landwirtschaftlichen Bebauung auf einem kleinen Grund- stück, das vorher Teil der dahinterliegenden elterlichen Landwirtschaft war. Das schmale Gebäude erstreckt sich an der Ostseite des Grundstücks mit einer leichten Verdrehung im Süden. Dieser Knick öffnet im Inneren den freien Blick nach Süden in Richtung Galsterberg. Im Norden bilden das offene Carport und der Zugang den Übergang zur Straße. Das Carport, der stehengebliebene Teil eines alten Lagergebäudes und das Haus umgeben den intimen, privaten Garten.
Das neue Haus ist zweigeschossig, im Erdgeschoss befinden sich im Süden der große Wohn- Essbereich und in der Mitte Eingang und Aufgang ins Obergeschoss, wo die Schlafzimmer untergebracht sind und der Dachraum in die räumliche Konzeption miteinbezogen ist. Das dadurch entstandene großzügige Volumen wird in den Kin- derzimmern für Hochbetten und Spielgalerien genutzt.
Das Haus wurde mit viel Eigenleistung in Massivbauweise und mit sehr klaren, einfachen Details errichtet. In der äußeren Gestaltung orientiert es sich an der Formensprache der Umgebung, bleibt im Erscheinungsbild aber trotzdem eigenständig. Das Obergeschoss ist mit Holz verschalt, das Dach an den Giebelseiten mit einem leichten Krüppelwalm versehen. Die Jury sieht in dem Projekt die gelungene Nachverdichtung in einer vorhandenen Dorfstruktur. Das Haus steht da, als wäre es immer schon hier gewesen. GM