Gebäudeadaptierung Biomedizinische Technik, TU Graz

Foto: © David Schreyer

Die „Alte Chemie“ von Karl Raimund Lorenz ist ein markantes Beispiel für den Funktionalismus der Nachkriegszeit. Während die Gebäudehülle entsprechend den Bestimmungen des Denkmalschutzes weitgehend unangetastet blieb, kam es im Inneren zu gravierenden Eingriffen, die den Prämissen von Energieeffizienz, Funktionalität, Ökonomie und einer zeitgemäßen internen Organisation und Gestaltung folgen. Alle Einbauten mit Ausnahme des zentralen Haupt- und der beiden stirnseitigen Fluchttreppenhäuser wurden entfernt und die Haupttragstruktur freigelegt. Am Dach wurde ein zurückversetztes Restaurantgeschoss errichtet, das einen attraktiven Blick auf die Stadt bietet.
Während es im Erdgeschoss eine für alle zugängliche öffentliche Zone gibt, die sich bis zu einer neuen Dachskulptur im Freien zieht, wurde die zweihüftige Anlage der Obergeschosse aufgebrochen und eine offene, quer lüftbare Struktur von Instituts- bzw. Bürosequenzen angelegt. Die Verkabelung der temporären und permanenten Arbeitsplätze erfolgt über eine von den freigelegten Betonrippendecken abgehängte Versorgungsstruktur, die den Eindruck einer eigenständigen und angenehm luftigen Schicht erzeugt. Überkopfhohe Trennwände, und freistehende Technik- Boxen strukturieren die Institutsbereiche.
Die Holzleistenverkleidung der leichten Trennwände in den Bürozonen wurde von einzelnen Juroren hinterfragt, ist jedoch ein in unterschiedlicher Ausführung wiederkehrendes Element im gesamten Gebäude. Die Jury würdigt die gelungene Adaptierung und das entspannte Gestaltungskonzept ebenso wie die Sichtbarmachung der Gebäudestruktur, die Materialwahl und den Umgang mit den Themen Energie und Nachhaltigkeit.