Gärnerpark Leoben

Foto: Paul Ott

Die Neugestaltung der Parkanlage tritt zugleich sensibel und selbstbewusst in einen Dialog mit dem gegebenen, strukturell starken städtebaulichen Gefüge der Gründerzeit. Eine befestigte und als Platzrelief gestaltete Fläche wird der Wiese mit den bestehenden markanten Einzelbäumen gegenübergestellt. Dieser Gegensatz der beiden Bereiche besticht nicht nur konzeptionell, sondern auch durch die konkrete Materialisierung und Detailqualität.
Ein Gewebe aus Bändern und Flächen entwickelt sich reliefartig in die dritte Dimension (Liegebänke, Pergolen) und erlaubt als robustes formales Muster die Integration unterschiedlicher Materialien, Texturen und Nutzungsangebote, ohne ins Beliebige oder formal Überladene zu kippen. Innerhalb der Bandstruktur bricht das Spiel mit Symmetrie und Asymmetrie die strenge Axialität des Bestandes und verleiht der Anlage etwas Leichtes, Spielerisches. Die Ränder, durch neue Alleebäume in ihrer räumlichen Wirkung gestärkt, werden durchlässiger, die Übergänge der unterschiedlichen Niveaus zwischen Park und Gehsteig geschickt in die Gestaltung integriert. Das Denkmal wird formal wie inhaltlich weiterentwickelt, bildet mit der Wasserwand einen zugleich poetischen und räumlich wirksamen Abschluss des Parkraumes und interpretiert die historische Springbrunnenanlage.
Die sorgfältige Detaillierung des Projektes zeigt großes Verständnis dafür, was einem öffentlichen Raum zumutbar ist, der Park entfaltet eine entspannte, sinnliche Atmosphäre mit hoher Aufenthaltsqualität für unterschiedliche soziale Gruppen. Die Poetik eines Gartens wird gekonnt und angemessen mit den Ansprüchen eines urbanen Raumes verknüpft.